(Mit freundlicher Genehmigung von Deutschlandreporter.de)
Die Idee
Überlege, was Dein Film zeigen soll.
Überlege Dir vorher genau, welche Geschichte Du dem Zuschauer erzählen willst. Ein Film mit einem besonderen Fokus ist immer pnender als von allem ein bisschen. Je konkreter, desto besser. Ein gutes Thema ist also nicht „Sport", sondern „Die beste Inlineskate-Strecke in Berlin".
Das Drehbuch
Geh nicht ohne Plan zu Deinem Dreh
Du solltest den kompletten Film vorher in Gedanken ausarbeiten. überlege Dir, welche Aussage jede Szene haben soll und mit welchen Bildern Du diese Aussage unterstützen kannst. Am besten die Szenenfolge vorab schriftlich notieren und diesen Ablaufplan mit zum Dreh nehmen. Zum Beispiel: 1) Großaufnahme Nachtsclub außen 2) Porträtaufnahme Türsteher 3) Schwenk über Tanzfläche 4) Nahaufnahme tanzende Gäste 5) Barmann beim mixen, etc.
Die Vorrecherche
Organisiere Deinen Dreh Wenn Du erst vor Ort bist, ist es für einige Dinge schon zu spät. Kläre vorher mit einem Verantwortlichen (Besitzer, Veranstalter, etc.) ab, was Du an dem Ort filmen darfst, was dort passiert, mit wem Du reden kannst, wann der beste Tag und die beste Uhrzeit für gute Aufnahmen ist. Für einige Orte (z.B. Einkaufszentren) braucht man spezielle Drehgenehmigungen.
Das Equipment
Überlege Dir, welches (Hilfs-)Material Du brauchst Mach Dich mit Deiner Kamera und den Funktionen vertraut. In der Hektik am Drehort ist dafür keine Zeit mehr. überprüfe, ob Du alles dabei hast (am besten mit Checkliste: Kamera, Tape, aufgeladener Akku, Stativ, etc.). Und überlege Dir vor Drehbeginn, welche Hilfsmittel Du brauchst, um Deine Idee umsetzen zu können.
Die Kameraführung
Die wichtigste Regel: Halte die Kamera ruhig! Ein verwackeltes Bild lenkt immer vom Inhalt ab - also so viele Einstellungen wie möglich mit Stativ drehen. Am besten schneiden lassen sich später Sequenzen bei denen sich die Kamera nicht bewegt. Deshalb lieber Bilder ohne Schwenks und Zooms drehen. Wenn doch, dann immer mit einem stehenden Bild beginnen und enden.
Die Einstellungen
Variiere bei Deinen Aufnahmen Wechsle gelegentlich die Perspektive, also auch mal liegend („Froschperspektive"), von einem erhöhtem Standpunkt („Vogelperspektive") aus oder über die Schulter des Protagonisten filmen. Drehe verschiedene Bildausschnitte (Nah- und Fernaufnahmen). Die lassen sich später besser hintereinander schneiden. Verwende gängige Einstellungen wie „Schuss/ Gegenschuss" (z.B. ein anfahrendes Auto zuerst von außen filmen, dann aus der Sicht des Fahrers). Jede Einstellung solltest Du mindestens fünf Sekunden lang aufnehmen.
Die Szenen
Dreh die Szenen - wenn möglich - mehrfach und wechsle die Perspektiven Um Spielmaterial für den Schnitt zu haben, solltest Du jede Szene möglichst aus mehreren Einstellungen und mit verschiedenen Bildausschnitten filmen (siehe „Die Einstellungen") - und zwar immer komplett. Dadurch lassen sich die Bilder später aneinander schneiden. Am besten fünf verschiedene Einstellungen drehen („Five-Shot-Rule"). Dauert zwar etwas länger, dafür wird es im Schnitt leichter.
Der Ton
Achte auf den Hintergrundton Der Originalton im Hintergrund ist wichtig, er macht Deinen Film authentisch. Achte aber darauf, Dass Du keine Störgeräusche aufnimmst. Zum Beispiel ein für den Zuschauer unsichtbares Flugzeug, das im Hintergrund dröhnt. Vorsicht auch bei Musik im Hintergrund, da hört man später jeden Schnitt. Am besten die Musik ausschalten (lassen). Für Sprecher gilt: laut, deutlich, langsam und unbedingt ins Mikrofon sprechen.
Das Sichten
Verschaff Dir einen überblick über Dein gedrehtes Material Bevor Du anfängst zu schneiden, solltest Du das Tape anschauen. Schreib Dir heraus, bei welcher Zeit Du welche Inhalte findest und was Deine Interviewpartner gesagt haben. Danach solltest Du überlegen welche Szenen Du für Deinen Beitrag verwenden möchtest. Mit einem genauen Plan, geht das Schneiden schneller.
Die Handlungsführung
Behalte stets das Interesse des Zuschauers im Auge Erst musst Du das Interesse wecken, dann lenken und bis zum Schluss aufrechterhalten. Am besten gewinnst Du die Aufmerksamkeit des Zuschauers durch einen spektakulären Einstieg. Danach sollte eine logische Handlung folgen: Zeitlich falsche oder unlogisch aneinander gereihte Szenen verwirren. Zum Schluss sollte noch eine starke Szene kommen, als Appetitmacher für Deinen nächsten Beitrag.
Die Schnitt-Technik
Schneide einfach und Dein Film wird verständlich Wenn Du ein paar simple Schnittregeln beachtest, wirkt Dein Film professioneller, viele Effekte bewirken eher das Gegenteil. Am besten lassen sich Bilder aneinander reihen, bei denen sich die Kamera nicht bewegt (also zu Beginn und zum Ende nicht im Schwenk oder Zoom ist). Eine Szene muss mindestens drei Sekunden dauern, damit der Zuschauer sie bewusst wahrnehmen kann. Der Wechsel von Einstellungen und Bildausschnitten bringt dem Film den nötigen Fluss. Ein klassischer Fehler sind Achsensprünge. (z.B. wenn eine Person von links nach rechts läuft und im nächsten Bild von der anderen Seite gefilmt von rechts nach links geht. Der Zuschauer sieht nur, dass die Person plötzlich in eine andere Richtung läuft.)
Das Texten & Vertonen
Ergänze die Bilder durch einen passenden Text Formuliere in kurzen Sätzen mit präzisen Worten. Sprich deutlich artikuliert und langsam. Der Text sollte zum Bild passen. Aber: Nicht nacherzählen was man im Bild schon sieht. Vermeide trotzdem Text-Bild-Scheren: Wenn bei einem Fußball-Turnier die Spieler zu sehen sind, darf der Sprecher nicht sagen: „Die Zuschauer waren begeistert." Wenn Du eine Hintergrundmusik einbauen willst, darfst Du nicht einfach ein beliebiges Lied verwenden - damit verletzt man bei Veröffentlichung des Videos das Gema-Recht und macht sich strafbar.






